Vielleicht sagt Ihnen der Name “Relotius” noch etwas. Mit dem Namen verbindet sich eine Affäre, bei der unter anderem vom “Spiegel” gefälschte Nachrichten von einem Journalisten namens Klaas Relotius beaufragt , bezahlt und veröffentlicht wurden. Der Name steht inzwischen synonym für betrügerischen Journalismus. Jahrelang hat der “Spiegel” weggeschaut, weil die gefälschten Stories von Relotius so schön die eigene Filterblase bedienten. Relotius fälschte und log auch für andere Medien, so daß der Schaden weit über den Bereich des “Spiegel” hinausging. Der Relotius-Skandal steht heute noch für die Perversität des Haltungsjournalismus, bei der die gefühlte “Wahrheit” über allem steht, solange sie gewisse “Werte”vermittelt.

Noch heute finden das “Journalisten” wie der “Monitor”- Moderator Georg Restle es nicht falsch, er nennt “Propaganda” allerdings “werteortientierten Journalismus”. Die Antwort, wer diese “Werte” festlegt, bleibt er schuldig. Restle macht sich damit leichtfertig zum Teil der “Lügenpresse”-Argumente, wenn er “Werte” (und er meint: Haltung) über Wahrheit stellt, denn im Namen dieser edlen “Werte” ist es zum Weglassen, dem Verdrehen oder vollständigen Betrügereien a la Relotius nicht mehr weit.

 

Man beobachtet wieder den Haltungsjournalismus vor “Relotius” – bei so
mancher Berichterstattung hat man das Gefühl, daß erst die Haltung
feststand und dann der Bericht darüber.

Eine Zeitlang setzte man beim “Spiegel” in Aufarbeitung der Affäre so etwas wie Transparenzangaben unter jeden Artikel. Die sind inzwischen wieder verschwunden, selbst unter “Tests&Empfehlungen” findet man keine Angaben mehr. Man erfährt nicht, ob die Waren dort aus dem “Partnerprogramm” mit Amazon stammen, oder ob man diese nach dem Test behalten durfte. Wir nehmen keine Einladungen zum kostenlosen Restauranttest an, keine verbilligten Eintrittskarten, keine teuren Geräte “zum Testen” und wir möchten auch nicht auf Frau Reker’s Parkplatz stehen. Wir benutzen den Presseausweis nicht als Gratiseintritt. Das alles gehört nicht zur unabhängigen Presse, auch wenn about.koeln keine “Warentests” oder Restaurantberichte über Poldi’s 39. Dönerbude veröffentlichen wird. Poldi wird das verkraften, wir mögen ihn ja auch ohne Döner gut leiden.

about.koeln wird zukünftig jeden Artikel mit einer “Transparenzbox” versehen, in der Angaben über Quellen und im Zusammenhang mit der Berichterstattung in Anspruch genommene Waren und Dienstleistungen, sowie deren Verbleib angegeben werden. about.koeln wird dabei in der Regel entsprechend verlinken, mit einer Ausnahme: grundsätzlich keine klickbaren Links auf die lokale Kölner Einheitspresse. Unsere Transparenz soll keinen “Traffic” für diese werbefinanzierten Mediengiganten erzeugen, die solche Transparenz nicht zeigen, denn das erzeugt bei “Express” und Co Werbeeinnahmen. about.koeln verlinkt allerdings “unklickbar”, das gehört sich so. Wer die Quelle besuchen möchte, kann das gerne per von und zu Guttenberg: Copy & Paste.

Autoren
Wer schrieb diesen Artikel und in welcher Beziehung steht er zu about.koeln?

Artikel
Was war Veranlassung ?
(Eigene Beobachtung, Berichterstattung in anderen Medien, in eigener Sache)

Transparenz
Wurden Zahlungen, Waren oder Dienstleistungen von Dritten unentgeltlich in Anspruch genommen?
Wurden Dritte bezahlt?

Quellen
Welche öffentlich überprüfbaren Quellen, welche Anfragen an öffentliche Stellen,  wurden verwendet?

Update 12.12.20:
In einer früheren Fassung war noch das Feld “Artikel” vorgesehen, das den “Grund” für einen Artikel nannte. Das hat sich als wenig informativ herausgestellt- die Leser interessierte es schlicht nicht. Deshalb entfällt “Artikel” in der Transparenzbox zukünftig, die anderne Felder bleiben bestehen, sofern sie sinnvoll erscheinen.

 

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