Bild: Pixabay - und ja: es ist ein Symbolfoto

Rote-Hand-Brief auch für Johnson&Johnson-Impfstoff

Warnung vor Nebenwirkungen ähnlich wie bei "Vaxzevria" von AstraZeneca

Mit sogenannten „Rote-Hand-Briefen“ wird medizinisches Fachpersonal von Arnzneimittelherstellern über neu erkannte Arzneimittelrisiken und Nebenwirkungen sowie erforderliche Maßnahmen dagegen informiert. Rote-Hand-Briefe haben eine hohe Priorität und alarmieren Ärztinnen und Ärzte. So ein „Rote-Hand-Brief“ wurde wegen der Nebenwirkungen des Impfstoffes „Vaxzevria“ von AstraZeneca bereits  ab April veröffentlicht, nun erfolgte eine ähnliche Warnung für den Impfstoff von Johnson&Johnson. Der ist in der Breite aber noch gar nicht verfügbar.

Beide Warnbriefe, zu denen die Hersteller verpflichtet sind, ähneln sich in den Nebenwirkungen: Thrombosen und Blutungen, es konnten bei beiden Imfpstoffen keine spezifischen Risikogruppen identifiziert werden – es kann also jeden treffen.

Beide enthalten als Handlungsempfehlung:

AstraZeneca:
Angehörige der Gesundheitsberufe sollten auf die Anzeichen und Symptome von Thromboembolien und/oder Thrombozytopenie achten und die Geimpften entsprechend informieren

Johnson&Johnson:
Medizinisches Fachpersonal soll auf die Anzeichen und Symptome einerThromboembolie und/oder Thrombozytopenie achten. Die geimpften Personen sollen angewiesen werden, sofort einen Arzt aufzusuchen,wenn sie nach der Impfung Symptome einer Thromboembolie und/oderThrombozytopenie entwickeln.

Aktuelle „Rote-Hand-Briefe“ finden Sie hier

Im Fall des Johnson&Johnson-Impfstoffes ist auffällig, daß dieser noch gar nicht in größeren Mengen verfügbar ist. Die beobachteten Nebenwirkungen stammen aus dem Risikomanagement des Herstellers.
Für Köln hätte ich gerne Zahlen dazu geliefert, ob und wie viel des J&J-Impfstoffes verimpft wird.  Die Stadt Köln schweigt dazu aber.

Verwunderlich ist, daß man in Köln die Obdachlosen mit Johnson&Johnson impfen möchte. Das klingt erst einmal plausibel, denn dieser Impfstoff muss nur einmal verabreicht werden, im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen von BioNTech, ModeRNA und auch AstraZeneca.
Obdachlose wären schwerer für eine Zweitimpfung zu erreichen und die Impfpässe sind auch entsprechend lückenhafter.

Ob es allerdings besser ist, Obdachlose ohne weitere medizinische Überwachungsmöglichkeit wieder „auf die Strasse zu schicken“, wo kein „Angehöriger eines Gesundheitsberufes“ ein Auge auf mögliche Thrombosezeichen haben wird, darf diskutiert werden. Denn laut „Rot-Hand-Brief“ treten die Nebenwirkungen „hauptsächlich in den ersten drei Wochen nach Impfung auf“ (Janssen). Zu AstraZeneca wurde kein Zeitraum angegeben, es findet sich lediglich der Hinweis, daß „die Anzahl die erwartete Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung ..übertraf“.

Ob der Johnson&Johnson-Impfstoff wirklich noch die beste Impfmöglichkeit für Obdachlose darstellt ?

Neben den neuen Impfproblemen schafft die Stadt nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten. Das ehemalige „Pascha“ steht wohl für diesen Zweck nicht mehr zur Verfügung: aktuell wird dort renoviert und gebaut. Der neue Besitzer möchte dort weiter ein Bordell betreiben.
Die Unterkünfte für Obdachlose reichen wohl weiter nicht: Im letzten Winter war in der ersten Frostnacht des Jahres ein Obdachloser erfroren.

Weitere Artikel