Immer mehr Drogentote

Höchststand seit 2004

Köln erreicht endlich mal wieder einen Spitzenplatz, wenn auch keinen ruhmreichen. Aus dem Gesundheitsausschuß der Stadt wurde bekannt, daß Köln den höchsten Stand an Drogentoten seit 2004 zu verzeichnen hat.
Die hier oft kritisierte förderliche „Wohlfühldrogenpolitik“ der Stadt mit ihren „Hilfsangeboten“ scheitert.

Städtisches Fixercafe am Neumarkt seit 2022

Die Einrichtung eines „Fixercafes“ am Neumarkt war lange umstritten. Nicht nur die Lage im Herzen der Stadt, sondern auch finanzieller Aufwand und Ausstattung riefen Kritik, hervor. So scheiterte bereits der erste Versuch, eine Fixerstube in der Thieboldsgasse zu errichten am Rückzug des Vermieters. Durch politischen Eifer seitens des Sozialreferenten Rau sollte aber trotzdem gehandelt werden, es wurden aus der Türkei zwei Fixerbusse angeschafft, Kosten über 500.000€. Einer der Busse wurde mutmaßlich dann Opfer eines Brandanschlags im Mai 2021, im April 2022 wurden Toiletten am Cäcilienhof angezündet, der Brand griff auf ein nahestehendes „Beratungsmobil“ über. Die Fördergemeinschaft des harten Drogenkonsums war empört, Anwohner eher still erleichtert.

Der merkwürdige Eifer des Sozialdezernats, Harald Rau, die Heroinkonsumten ins Herz der Stadt zu locken, blieb. Den Straßenstrich am Breslauer Platz hatte man noch in ein Industriegebiet an der Geestemünder Straße verdrängt und dort umgehend bei den Prostituierten Gebühren kassiert. Wenn es auch bemerkenswert war, daß man diesmal nicht wieder die Probleme auf die „Schääl Sick“ schob.
In Kölner Schulen bröckelt der Putz dort und in anderen städtischen Einrichtungen wird kaum geheizt, aber die Stadt gibt Millionenbeträge für Wohlfühloasen des Drogenkonsums aus.

Wir Kinder vom Neumarkt, Auflage 2022

Bereits kurz nach dem Brand des letzten Drogenbusses – solchen Eifer wünschen sich die Kölner bei anderen wichtigen Baustellen der Stadt – wurde das erste Fixercafe der Stadt eröffnet. Das Konsumerlebnis der Stadt bietet auf 126 Quadratmetern zwei Drogenkonsumräume mit zwölf Plätzen, einen medizinischen Behandlungsraum, sanitäre Anlagen und einen Aufenthaltsraum. Hier kann entspannt bei einem heißen Tee geplaudert und „beraten“ werden. Das Bild patschulischwangerer Luft und Sozialarbeitern, Typ „Malte“, mit Sherpa-Wollmützen drängt sich geradezu auf. Die Stadt nennt das „Beratungsangebot“, die Konsumenten pfeifen wohl eher drauf. Spätestens seit „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ sollte sowas als gescheiterte Wunschvorstellung liberaler Drogenpolitik gelten.

Denn die Zahl der Drogentoten in Köln hat den höchsten Stand seit 2004 erreicht. im Jahr 2020, also bevor die Stadt ins Verrichtungsgeschäft einstieg, waren es 50 Drogentote. Nun stehen in Köln für 2021 ganze 74 Verstorbene in Köln auf dem Tachometer der proliferativen Drogenfreunde, ein Anstieg um mehr als 50%. Das entspricht zwar dem bundesweiten Trend, ist aber für die Drogenpolitik der Stadt eine herbe Niederlage. Denn diese Zahl besteht auch aus Toten der „Opiodsubstitution“ – bekannt als „Methadon-Therapie“, was nichts anderes heißt, als daß behördlich bekannte Konsumenten harter Drogen trotz der „Aufsicht“ verstorben sind. Nicht im Drogenbus oder im Fixercafe, da wachen stets Ärztinnen und Ärzte, während man in Kölner Notaufnahmen immer länger warten muss, aber als bekannte Konsumenten, um die man sich offenbar nicht ausreichend kümmern konnte oder wollte.
Das Kölner Drogenprojekt wird schließlich auch nicht nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz finanziert, hier spielen Fallpauschalen und Kostendruck keine Rolle, kein kaufmännischer Direktor versucht zu sparen, es sind ja Steuer- und Fördergelder, die die Stadt hier verjubelt. Bei den Vergiftungen sind auch Anstiege bei Ampehatimen, Methamphetaminen, Kokain und Crack zu verzeichnen.

Beratungsresistente Stadtpolitik scheitert schon wieder an der Realität

Dennoch wirft es ein schlechtes Bild auf Methadonprojekte und das Fixercafe der Stadt Köln kann getrost als gescheitert betrachtet werden. Das hatte man geahnt und gemahnt – vergebens. Was gewisse Kreise der Stadtpoltik will, das wird gegen alle Widerstände durchgeboxt, egal ob Kalkberg, Oper oder Krankenhausschließungen. Der Neumarkt wurde zum gerichtlich bezeichneten „Brennpunkt des Verbrechens“, Geschäfte schlossen früher, die Kölnerinnen und Kölner mieden den Platz besonders in der Dunkelheit. Die Kölner Polizei konnte oder wollte die Versäumnisse der Stadtpolitik nicht ausbügeln. Die Zwischentöne ließen vermuten, daß man dort mit dem Eifer des Sozialdezernenten Rau wenig einverstanden war. Die einnahmeorientierten Hilfstruppen des Ordnungsamtes der Stadt sind angesichts der kaum einzutreibenden Knöllchen dort ebenfalls kaum tätig, ebensowenig wie am Ebertplatz, dem Kölner Handelspunkt für „weiche“ Drogen.

Auch wenn sich ein bundesweiter Trend bei den Drogentoten abzeichnet, ist ein „Pull“-Effekt von Fixerstuben, gerade in der schon luxuriös ausgestatten Form wie in Köln, nicht zu leugnen. Die Einrichtung im Herzen der Stadt kommt einer vorsätzlichen Zerstörung von eingesessenen Strukturen gleich, die Verweigerung der Bekämpfung drogenbezogener Kriminalität einer Arbeitsverweigerung der Oberbürgermeisterin, die nur 200 Meter weiter für Unsummen „ihre“ Oper weiterbastelt. Wer sich immer noch über die „Zerstörung funktionierender Viertel durch die Nord-Süd-Fahrt“ von 1957 echauffiert, sollte den Blick in die Gegenwart heben. Selbst beleidigte Schriftsteller dienen da nur noch als sentimentale Folklore. Im irischen Kaff Keel gibt es jedenfalls keine Fixerstube, aber vielleicht wandert der Feingeist Rau ja auch noch aus.

Und ob man bei diesen Zahlen weiter eine Legalisierung von Cannabis, als Einstriegsdroge immer noch im Spiel, wie im Koalitionsvertrag der Ampel angedacht vorantreiben sollte. (mj)

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