Lauterbach dankt Pornodarstellerin für "spannenden Artikel"

Bild: twitteraccount @@hori_____zont

Lauterbach und die „Studien“

Der Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist ein reges Kerlchen: eine Million Follower folgen ihm auf Twitter und lesen seine zahlreichen Tweets. Er legt Wert drauf, daß er das alles selber schreibt. neben den dringenden Aufgaben wie der Sanierung des von seinen Reformen maroden Gesundheitssystems und dem lesen von „Studien“ zu seinem Lieblingsthema. Die zitiert er nämlich , nein, er erwähnt sie nur, wenn er seine oft kruden Gedankenspiele mit anschließender Meinungspirouette begründen will. Frei nach dem Motto: „Ich denk mir das ja nicht selber aus, ich lese aber auch nur die Studien, die mir passen“.

Lauterbach dankt Pornodarstellerin für „spannenden Artikel“

Ob es allerdings beim Lesen bleibt ? Der Twitternutzer @hori_____zont deckte jetzt folgende „rührende Studienaktivität“ des Gesundheitsministers auf:

Lauterbach zitierte mal wieder eine „Corona-Studie“ zur „möglichen Zukunft der Pandemie“ und dankte dabei den Autoren Cornelius R. und einem Twitter-Account namens @imperialpeacock.

Das peinliche dabei: @imperialpeacock ist offenbar eine propere Pornodarstellerin aus Mumbai.

Bild: twitteraccount @@hori_____zont

Inzwischen merkte das Lauterbach wohl, löschte den Original-Tweet und veröffentlichte ihn mit dem zitierten Autor @peacockflu Tom Peacock neu. Diesmal wohl richtig, peinlich ist es trotzdem.

„Opfer der Algorithmen“ oder „Freud’sche Fehlleistung“ ?

Lauterbach ist dabei möglicherweise den Twitter-Algorithmen anheim gefallen, denn die erkennen die Vorlieben der Nutzer und schlagen entsprechend vor. Und da muss aus dem einen „Peacock“ eben eine andere „Peacock“ geworden sein, was aber natürlich auch einfach nur eine „Freud’sche Fehlleistung“ des Gesundheitsministers gewesen sein kann, denn alleine durch die Eingabe von „Peaco…“ erhält man eigentlich nicht den Suchvorschlag „ImperialPeacock“, den er anschließend verwendet hat. Jeder Nutzer bekommt ein auf ihn „abgestimmtes“ Suchergebnis, das gehört praktisch zum Kern des werbefinanzierten Dienstes. Twitter versucht also, den Geschmack des Suchenden zu treffen. Scheint wohl auch gelungen zu sein. Es dauerte wohl etwas, bis verwunderte Fans des Ministers das bemerkten.

Wir wissen natürlich nicht, wie oft Lauterbach inzwischen schon Studien von anderen Sexarbeitern, Wurstfachverkäuferinnen, Fliesenlegern und Medienbeamten des ÖRR zur Begründung vieler wirkungslosen Maßnahmen seines Regierungsgeschäftes herangezogen hat. Jedenfalls scheint er mit Dutzenden von Tweets pro Woche – inzwischen sogar mit fußballerischen Tips an die Nationalmänn*innenschaft – und der dringenden Reform der von ihm als Berater von Ulla Schmidt verbockten Krankenhausfinanzierung nicht ausgelastet zu sein (ab)

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