Wer spielte die DDR-Hymne zum Gedenktag?

Pietätlösigkeiten an der Einsturzstelle

Die AfD-Fraktion im Kölner Rat twitterte, daß bei der Gedenkfeier für die beiden Toten des Archiveinsturzes vor 11 Jahren die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ gespielt wurde. Sie stellte ein Video online, das offenbar eine Versammlung an der Einsturzstelle zeigt. Im Hintergrund spielt eine Blaskapelle in Spielmannszugqualität die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“.

Auch die Seite „report-k“ meldete in einem dünnen Satz diese Pietätlosigkeit.

Bis auf diesen Einzelsatz wirft das ganze aber Fragen auf, denn es ist unklar, welche Rolle die Blasmusikkapelle spielte und ob diese von der Stadt Köln bestellt wurde oder zum offiziellen Programm der Gedenkveranstaltung gehörte. Bei der Veranstaltung war Oberbürgermeisterin Reker als Rednerin anwesend.

Anfragen an die Stadt dazu laufen, werden „traditionell“ aber vom Presseamt ignoriert, wenn sie nicht von der Haus- und Hofpostille der Ehrenbürgerin kommen. Erwartungsgemäß berichtet der StadtAnzeiger auch davon nicht, sondern widmet sich vor allem der Umgestaltung zu einer Fußgängerzone. Hinterm Rücken erzählt man sich, es gehöre zum Einstellungstest beim DuMont-Verlag mit nur zwei Sätzen von einem beliebigen Thema auf „Fahrrad“, „Umwelt“ oder „Autoterror“ zu kommen. Spitzenkäfte schaffen das wohl auch von „Mondlandung“, „Kimono“ und „Fußpilz“.

Augen- und Ohrenzeugen der möglichen Störung können sich gerne unter redaktion@about.koeln melden (mj)

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